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Raumfahrt: Was ist SpaceX und welche Missionen verfolgt das Unternehmen?

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Weltraumtourist dank SpaceX -Ein Raketenflug schon für weniger als 500.000 Dollar pro Person. Bild: Pixabay

Weltraumtourist dank SpaceX -Ein Raketenflug schon für weniger als 500.000 Dollar pro Person. Bild: Pixabay/SpaceX

Bisher waren Taxiunternehmen für Weltraumtransporte und die Idee, den Mars zu kolonisieren, noch Zukunftsträume aus dem Science-Fiction-Genre. Mit dem kalifornischen Unternehmen SpaceX soll all dies zur Realität werden. Und was für manchen Leser zunächst noch abgespaced klingt, hat schon längst begonnen, Raumfahrtgeschichte zu schreiben.

SpaceX ist in aller Munde, doch was sieht der bisherige Missionsplan eigentlich vor? Wir haben genauer hingeschaut und erklären euch in diesem Beitrag alles Wissenswerte über das Raumfahrtunternehmen.


Das privat geführte Space X (Space Exploration Technologies Corporation) Unternehmen hat seinen Sitz im amerikanischen Kalifornien und wurde im Jahr 2002 von dem Milliardär Elon Musk gegründet. Sein Ziel ist es, das menschliche Leben auf anderen Planeten zu kolonisieren. Der Mars soll dabei Vorreiter werden.

Musks Grundüberlegung zur Gründung von SpaceX war dabei die Herstellung kostengünstiger Raketen, die es ermöglichen sollen eine größere Anzahl von Menschen und Materialien zu transportieren. Finanziert wurde SpaceX durch Anteile der Gelder, die Elon Musk mit seinen Unternehmen Zip2 und Paypal zuvor einnahm.

Was ist SpaceX?

Nach anfänglichen Misserfolgen, bei denen die ersten Flüge der Rakete „Falcon 1“ fehlschlugen, mauserte sich SpaceX, innerhalb kurzer Zeit, zu einem wichtigen Unternehmen für die Raumfahrt und schloss einen Vertrag mit der amerikanischen Raumfahrtorganisation NASA, über Versorgungstransporte zu der Internationalen Raumstation ISS.

Dafür entwickelte das Unternehmen, um Elon Musk, die Rakete „Falcon 9“ und die unbemannten Raumkapseln „Dragon“, die seit Ende 2012 gemeinsam die ISS mit Gütern versorgen. Die „Falcon 9“ Rakete befördert, neben dieser Aufgabe, auch Satelliten in das Weltall. In 2017 konnte SpaceX so zum weltweiten Marktführer für Satellitenstarts werden und löste damit den bisherigen Führer „Arianespace“ ab.

Recycling-Rakete „Falcon 9“

Damit SpaceX das eigene Ziel, möglichst kostengünstige Rakenstarts zu ermöglichen, einhalten kann, erbaute das Unternehmen für Raumfahrt die „Falcon 9“ teilweise wiederverwendbar. Das bedeutet, dass nach der erfolgreichen Abkopplung der ersten Stufe der Rakete, vom restlichen Rakenteil, sich diese entweder auf eine Rückreise nahe des Startplatzes der „Falcon 9“ auf die Erde oder aber auf ein autonomes Drohnenschiff in das Meer begibt. Die erste Raketenstufe wird dabei mehrmals von SpaceX wiederverwendet und auch Anteile der Nutzlastverkleidung werden, nach dem erfolgreichen Start der „Falcon 9“, recycelt.

Die Aufgaben der Raumkapseln Dragon und Crew Dragon?

Raumkapseln für Crew und Material. Bild: Pixabay
Raumkapseln für Crew und Material. Bild: Pixabay/SpaceX

Unbemannt: Damit SpaceX die ISS versorgen kann, wird die Fracht mit einer Raumkapsel transportiert. Dabei wird die unbemannte „Dragon“ mittels der „Falcon 9“ Rakete gestartet. Nachdem die Raumkapsel erfolgreich an die ISS angedockt hat, be- und entladen wurde, begibt sie sich zurück zur Erde. Nicht nur für die Versorgung der ISS und Astronauten sind diese Lieferungen wichtig, sie dienen gleichzeitig auch der Wissenschaft, durch eine leichtere Ermöglichung von Experimenten (zum Beispiel durch Ergebnis- und Materialienaustausch).

Bemannt: Ende 2014 beauftragte die NASA das Unternehmen SpaceX ein Raumschiff auf Basis der „Dragon“ Raumkapseln zu bauen. Die Vorgabe war, dass Astronauten sicher transportiert werden können. So entstand das Raumschiff „Crew Dragon“. Nach mehreren Fehlstarts, sollte die „Crew Dragon“ am 27. Mai 2020 zwei NASA-Astronauten (Doug Hurley und Bob Behnken), bei einem Demonstrationsflug, 19 Stunden lang zur Internationalen Weltraumstation ISS fliegen. Leider spielte das Wetter dem Start übel mit. Er wurde daraufhin abgebrochen.

Das neue Startfenster der „Crew Dragon“ ist nun Samstag der 30. Mai, 21:22 Uhr MESZ.

Für die USA ist der Start der Crew Dragon ein besonders wichtiges Ereignis, denn seitdem im Sommer 2011 das Raumschiff „Atlantis“ mit amerikanischen Astronauten ins All flog, gab es keine weiteren bemannten (US-amerikanische) Raumfahrten mehr. Die Begründungen dafür waren: Die zu hohen Kosten und die vielen verstorbenen Astronauten.

Starship und Super Heavy ergeben eine „Big Fucking Rocket“

Interplanetare SpaceX Missionen: Man munkelt, dass Elon Musk das Projekt „Starship“ zuvor „BFR“ nannte und damit „Big Fucking Rocket“ (Verdammt große Rakete) meinte, sicher hingegen, stand die Abkürzung für „Big Falcon Rocket“. Die Rakete sollte dabei vollständig weiderverwendbar sein und mehr als 100 Tonnen transportieren können.

Die „Starship“ soll das künftige Flaggschiff von SpaceX werden und in Zukunft alle vorherigen Raumschiffe und -Kapseln ersetzen.

Ziel ist es, dass die Starship interplanetare reist, besonders Mars und Mond sollen Hauptziele für SpaceX sein. So soll die Vision von Musk, der Kolonisierung des Mars, in Zukunft erfüllt werden. Dabei soll ein Raketenflug schon für weniger als 500.000 Dollar pro Person erhältlich sein.

Die „Starship“ soll Weltraumgeschichte schreiben und dem Mars-Tourismus die Türen öffnen.

SpaceX will Weltraumgeschichte schreiben. Bild: Pixabay
SpaceX will Weltraumgeschichte schreiben. Bild: Pixabay/SpaceX

Was ist Starlink? Internet für alle!

Bei dieser Mission will SpaceX eine hohe Anzahl von Satelliten in die Erdumlaufbahn bringen. Diese sollen weltweit und flächendeckend für einen schnellen Internetempfang sorgen, so dass alle Menschen, sogar in den hinterlegenen Orten der Erde, in dessen Genuss kommen können.

Um dieses Ziel zu erreichen, bringt SpaceX bei jedem „Falcon 9“ Raketenstart 60 „Starlink“ Satelliten in das Weltall. SpaceX erhielt für dieses Vorhaben eine befristete Genehmigungen bis zum Jahre 2027 für das einbringen von maximal 11.927 Satelliten in die Umlaufbahn.

Stimmen der Kritiker an Starlink werden laut

Die Kritiker sind sich einig, eine verschmutzte Erdumwelt reicht! Der Entstehung von Weltraumschrott durch Satelliten muss entgegengewirkt werden. Aufgrund dessen beschloss die FCC (Federal Communications Commission), dass sie SpaceX, sowie andere Satellitenbetreiber, zukünftig dazu verpflichten will, Satelliten nach ihrer Nutzungsdauer, oder Zerstörung, wieder aus der Erdumlaufbahn zu entfernen.

Ebenfalls haben Astronomen die negative Befürchtung, dass Untersuchungen von Himmelskörpern nicht mehr möglich sein könnten, da das helle Leuchten der Satelliten optische Teleskope stören könnte. Auch die Funksignale der Satelliten scheinen die Frequenzmessung von Radiowellen zu erschweren. Doch hier reagierte SpaceX umgehend und veranlasste, dass alle Starlink-Satelliten zukünftig dunkler erscheinen und in einer Höhe angebracht werden, die deren Sichtbarkeit deutlich verringert.

Wirst du den (Neu-) Start der „Crew Dragon“ verfolgen? Berichte mir gerne davon!

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