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Laufen mit Asthma: Was du dabei beachten solltest – mit Checkliste

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Mediziner empfehlen Asthmatikern Ausdauersportarten. Bild: Pixabay

Mediziner empfehlen Asthmatikern Ausdauersportarten. Bild: Pixabay

Asthma ist eine chronische Atemwegserkrankung, an der ungefähr 5 Prozent der deutschen Bevölkerung erkrankt sind. Sie führt zu einer Verengung der Atemwege und verursacht dadurch anfallsartige Hustenattacken und Atemnot. Die Bronchien werden dabei empfindlich gegenüber Reize. Diese können zum Beispiel in Form von Duftstoffen oder Allergenen auftreten.

Ausdauersportarten sind ein empfohlenes Trainingsmittel bei Asthma. Nachdem ein Arzt die Sporttauglichkeit bestätigt, steht Asthmatikern dabei nichts mehr im Wege. Mit einer guten Selbstkontrolle und wenigen Vorkehrungen kann durch Sportarten wie das Laufen, die Leistungsfähigkeit, die Auslöseschwelle für Belastungsasthma sowie die Lebensqualität erhöht werden.

Wir werfen für dich einen genauen Blick darauf, was beim Laufen mit Asthma beachtet werden muss.


Die gute Nachricht vorweg, Asthma ist in den meisten Fällen medikamentös behandelbar. Dazu werden dauerhaft entzündungshemmende, Bronchien erweiternde Medikamente eingesetzt. Für den akuten Notfall, wird ein schnell wirksames Spray eingesetzt, das durch seine bronchienerweiternde Wirkung, zu umgehender Linderung der Atemnot führt. Oftmals manifestiert sich die Erkrankung leider ein Leben lang.

Laufen mit Asthma (k)eine gute Idee?

Mediziner empfehlen Asthmatikern Ausdauersportarten, doch je nach Schweregrad der Erkrankung, muss ein angepasstes Training ausgewählt werden. Deshalb ist ein Arztgespräch vor dem Trainingsbeginn unumgänglich. Gibt dir dein Arzt grünes Licht, dann solltest du langsam und stetig mit dem Training beginnen. Genuss-Laufen sollte dein primäres Ziel sein und wenn du erst mal gut trainiert bist und mehr willst, dann hilft dir ein Sportmediziner, mit einem für dich angepassten Plan, realistische Laufziele zu erreichen.

Neben der bekannten gesundheitsfördernden Wirkungen des Laufens auf den Körper, wie die vermehrte Durchblutung und Stärkung des Herz-Kreislaufsystems, der besseren Versorgung mit Sauerstoff und der Stärkung der Muskulatur, hat der Laufsport für Asthmatiker weitere positive Vorteile:

    • Die Atemtiefe vergrößert sich
    • Die Auslöseschwelle von Belastungsasthma verringert sich
    • Der Schleimabtransport aus den Lungen verbessert sich
    • Die Atemmuskulatur wird gestärkt

Laufen mit Asthma ist dementsprechend eine gute Idee. Generell lässt sich hier zusammenfassen, dass alle Ausdauersportarten, wie zum Beispiel auch das Schwimmen, Radfahren, Rollschuhfahren, Tanzen oder zügiges Wandern, eine positive Wirkung auf den Krankheitsverlauf haben können.

Deine Checkliste für den Laufsport als Asthmatiker

Du solltest das Lauftraining am besten unter professioneller Aufsicht und nur gemächlich beginnen. Eine Regelmäßigkeit in deinem Training ist wichtig, denn nur so kann sich dein Körper an die neue Belastung gewöhnen. Es ist außerdem besonders gut für dich, wenn du zu einem Trainingsrythmus findest. Jeden zweiten Tag, eine halbe Stunde trainieren und sich nur langsam steigern, ist viel besser, als sich ein mal wöchentlich auszupowern.

Wenn du mit deiner Laufeinheit startest, oder sie beendest, solltest du sanfte Übergänge, durch ein Warm-Up und ein Cool-Down, schaffen. Durch einen sofortigen Wechsel von Belastung auf Ruhe, drohen dir sonst Atembeschwerden, die es zu vermeiden gilt. Trainiere dabei immer in einem ruhigen Tempo, so dass eine Unterhaltung für dich möglich wäre.

Genuss-Laufen sollte dein primäres Ziel sein. Bild: Pixabay
Genuss-Laufen sollte dein primäres Ziel sein. Bild: Pixabay

Dein Grundsatz: Die aerobe Schwelle darf niemals überschritten werden. Diese bezeichnet die für dich höchstmögliche Belastungsintensität bei einem Lauf. Das bedeutet, dass dein Körper immer genügend Sauerstoff zur Verfügung haben muss, damit kein Laktat gebildet wird. Sonst droht eine Übersäuerung deiner Muskeln, die auch deiner Sauerstoffaufnahme schadet.

Die folgende Checkliste solltest du beachten und regelmäßig kontrollieren, ob du noch allen Vorschlägen folgst:

    • Beobachte bewusst deine Atmung. Wenn du außer Atem kommst, dann verringere dein Tempo so lange, bis du wieder gleichmäßig atmest. Manchmal erreichst du dies nur durch Gehphasen, die du unbedingt einhalten solltest. Denk daran, es geht für dich niemals um Bestzeiten.
    • Auch wenn gängige Laufpläne das schnelle Auslaufen oder zügige Intervalle vorgeben, mit Asthma solltest du Spitzenbelastungen aus deinem Training streichen. Befrage dazu deinen Lungenfacharzt oder einen spezialisierten Sportmediziner. Diese können dir bei der Erstellung eines passenden Trainingsplans helfen.
    • Trainiere regelmäßig und gebe deinem Körper ausreichend Ruhephasen. In diesen kann er sich bestens an deine neue sportliche Belastung anpassen.
    • Das Laufen sollte immer an deinen Gesundheitszustand angepasst werden. Wenn es dein Arzt empfiehlt, lege unbedingt eine Laufpause ein und schwenke für einige Zeit zum Beispiel auf geführten Lungensport um.
    • Kontrolliere regelmäßig deine Lungenfunktion mit einem Peakflow-Meter. So kannst du leicht kontrollieren, wie sich das Lauftraining auf deinen Körper auswirkt.
    • Das Notfallspray sollte für dich immer griffbereit am Körper getragen werden.
    • Zur Sicherheit kannst du entweder ein Armband tragen, dass dich im Notfall als Asthmatiker identifiziert, zumindest sollte dein Lauftäschchen aber einen Hinweiszettel darauf enthalten.

Dein Training sollte also immer gut geplant und möglichst durch einen Facharzt betreut werden. Versuche, dich niemals zu überfordern und passe dein Training an deine aktuelle Lungenfunktion und deine allgemeine Leistungsfähigkeit an. Dies gilt auch dann noch, wenn du schon zu den fortgeschrittenen Sportläufern gehörst. Beim Laufen mit Asthma gilt: Niemals durch Unvernunft Beschwerden auslösen!

 

Viel Spaß bei deinem Lauftraining! Berichte mir gerne davon.

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