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Disney+ mischt mit: Welcher Streaming-Anbieter lohnt sich wirklich?

8 min read
Disney ist der neue Player im Geschäft: Mit Disney+ ist der Micky-Maus-Konzern ganz stark gestartet. Foto: André Volkmann

Disney ist der neue Player im Geschäft: Mit Disney+ ist der Micky-Maus-Konzern ganz stark gestartet. Foto: André Volkmann

Das Streamen von Filmen und Serien bleibt Trend. In Zeiten, in denen man mehr oder minder freiweillig an die eigenen vier Wände gefesselt ist, mehr denn je. Seit dem Start von Disneys neuem Unterhaltungsservice gibt es einen weiteren namhaften Anbieter, der zu den bislang bewährten Plattformen wie Netflix, Amazon Prime Video oder Sky Ticket hinzu stößt – und die Konkurrenz gehörig aufmischen könnte. Bei der Vielzahl an Angeboten den Überblick zu behalten ist nicht so einfach: jeder Kanal bietet ein eigenständiges Angebot inklusive Eigenproduktionen und monatlich wechselnden Inhalten; das alles gibt es zu völlig unterschiedlichen Preise. Wir verraten, welcher Streaming-Anbieter sich lohnt und was die derzeit größten Services ihren Kunden bieten.


Die Corona-Pandemie ist beispielhaft dafür, wie eine ganze Branche von einer Krise profitieren kann. Netflix, Amazon und Co. locken weltweit Millionen von Fans täglich vor die Bildschirme – und nun mischt auch noch Disney mit einem völlig neuen Dienst den Markt auf. Sich alle Services leisten werden wohl nur die wenigsten Film- und Serien-Fans. Es gilt, sich den besten Streaming-Anbieter auszusuchen, vielleicht auch noch einen zweiten. Wir geben euch einen Überblick über die aktuellen Unterhaltungsplattformen und helfen euch dabei, herauszufinden, welcher Streaming-Anbieter sich lohnt.

Was bietet Disney+ seinen Kunden?

Dem Deutschlandstart on Disneys neuem Streaming-Service blickten Fans sehnsüchtig entgegen. Rund ein halbes Jahr mussten Film- und Serien-Gucker in Europa nach dem Premieren-Launch warten, nun ist das Disney-Streaming auch hierzulande möglich – und es kommt gut an. Der Start in Europa ist dem Unterhaltungsriesen gelungen. Kein Wunder: Disney entert eine Branche, die längst nicht mehr in den Kinderschuhen steckt. Wo Netflix zu Beginn mühsam aus seinen Fehlern lernen musste, konnte Disney von den Erfahrungen anderen Streaming-Dienste profitieren.

Apple TV+ steckt noch in den Anfängen. Foto: André Volkmann
Apple TV+ steckt noch in den Anfängen. Foto: André

Das Grundgerüst ist bekannt: Für einen monatlichen Obulus – wahlweise auch als jährliche Gebühr – steht Nutzern eine ganze Reihe von Filmen, Serien und Dokumentationen zur Verfügung. Angeguckt werden dürfen die einzelnen Titel sooft man möchte, Flatrate nennt sich das Konzept. Disney+ setzt zu Beginn ganz auf familiengerechte Unterhaltung: Klassiker wie Der König der Löwen, Aladin, Mulan oder Toy Story begeistern Kinder ebenso sehr wie ihre Eltern. Hinzu kommen Produktionen, die aus dem starken Comic-Universum hervorgegangen sind: die Avengers gibt es daher auf Disney+, zudem weitere Superhelden-Filme sowie eine ganze Palette an Marvel-Serien. Damit kann Disney+ jede Menge Pluspunkte sammeln, denn früher oder später werden Marvel-Produktionen exklusiv über Disneys Streaming-Dienst zu sehen sein.

Auch Disney+ setzt zudem auf „Originals“, exklusive Eigenproduktionen, die es sonst nirgendwo zu sehen gibt. Für die bereits etablierten Streaming-Konkurrenten war genau diese Exklusivinhalte echte Türöffner. Disneys Vorteil liegt nicht zuletzt in den mächtigen Lizenzen und Marken, auf die das Mickey-Maus-Unternehmen zurückgreifen kann. Einen Anfang machte Disney+ bereits mit der Star Wars-Serie „Mandalorian“, für die bereits Zukunftspläne besteht.

Die größten Streaming-Anbiete: Umfang und Preis

Die einzelnen Streaming-Anbieter direkt zu vergleichen ist schwierig, weil jedes Portal eine eigene Zielgruppe im Blick zu haben scheint. Dementsprechend fallen auch die verfügbaren Inhalte aus. Während Sky Ticket etwa vorrangig auf Filme setzt, ist Shop-Gigant Amazon ein echtes Füllhorn der Unterhaltung. Jeder Streaming-Dienste hat zudem ureigene Produktionen im Portfolio, auf die andere Anbieter auch in Zukunft keinen Zugriff haben werden: ein starkes Kriterium für Fans einer bestimmten Serie. Wer die Serie „Haus des Geldes“ zu seinen Favoriten zählt, kommt um ein Netflix-Abo nicht herum, ähnlich ist es mit „Westworld“, dafür würde ein Abonnement von Sky Ticket notwendig.

Sky Ticket bietet Filme oder Serien für jeweils 9,99 Euro oder Filme und Serien für 14,99 Euro. Foto: André Volkmann
Sky Ticket bietet Filme oder Serien für jeweils 9,99 Euro oder Filme und Serien für 14,99 Euro. Foto: André Volkmann

Es lohnt sich demnach, die Programme zu vergleichen um herauszufinden, welcher Streaming-Anbieter sich lohnt und welchen man eher hinten anstellen kann. Weil Testphasen oder zumindest Rabattangebote überall und regelmäßig verfügbar sind, sollte man diese Chance nutzen, um sich einen Überblick zu verschaffen.

Grundsätzlich gilt: Jeder Anbieter möchte seine Kunden mit den zur Verfügung gestellten Inhalten langfristig binden. Das geschieht dann über die wochenweise Ausstrahlung neuer Serienfolgen oder über eine frühzeitige Ankündigung von neuen Staffeln zu beliebten Serien. Weil sich die Streaming-Dienste preislich teilweise erheblich unterscheiden, sollte man weise wählen und nur jene Dienste buchen, auf die man auch tatsächlich zugreift.

Was die größten Streaming-Anbieter grundsätzlich bieten, haben wir in einer Tabelle zusammengefasst:

Die Fakten zu den wichtigsten Anbietern

 Amazon Prime VideoNetflixSky TicketApple TV+Disney+
Monatlicher Preis
(voller Umfang)
7,99 Euro15,99 Euro14,99 Euro4,99 Euro6,99 Euro
Features1 Nutzerprofil,
3 Streams,
Geräteanzahl: unbegrenzt
4 Nutzerprofile,
4 Streams,
Geräteanzahl: unbegrenzt
1 Nutzerprofil,
2 Streams,
Geräteanzahl: 5
1 Nutzerprofil,
6 Streams,
Geräteanzahl: unbegrenzt
7 Nutzerprofile,
4 Streams,
Geräteanzahl: unbegrenzt
Anzahl der Filme
(Quelle: werstreamt.es)
5.1572.7741.5885619
Anzahl der Serien
(Quelle: werstreamt.es)
1.7401.46649918134

Bereits auf den ersten Blick wird deutlich, dass sich sowohl Inhalte als auch Features und Preis voneinander unterscheiden. Während Apple TV+ noch in den Kinderschuhen steckt und wenig bieten kann, trumpfen Netflix und Amazon Prime Video mit tausenden von Serien und Filmen auf. Vor allem Netflix kann mit seinem Umfang sowie der Programmvielfalt punkten und wird seiner Vorreiterrolle gerecht. Das hat allerdings bei vollem Funktionsumfang auch seinen Preis: 15,99 Euro monatlich verlangt Netflix für sein Rundum-sorglos-Paket. Zum Vergleich: Amazon Prime Video kostet nur die Hälfte, bietet dafür aber auch noch Musik-Streaming oder E-Books.

Welcher Streaming-Anbieter sich tatsächlich lohnt, hängt nicht nur von den Präferenzen, sondern auch vom generellen Nutzerverhalten ab. Geht es einem Nutzer ausschließlich um die Größe des Angebots, gewinnt Amazon Prime Video. Bei der Qualität kristallisieren sich schnell drei Anbieter für das Siegerpodest heraus: Netflix, Amazon Prime und Sky Ticket. Diese drei Anbieter liegen vorn, wenn es um Angebotsvielfalt und Qualität der Eigenproduktionen geht. Neuling Disney+ kann da, trotz „Mandalorian“, noch nicht mithalten. Es ist davon auszugehen, dass Disney kurzfristig auf hohe Investitionen setzt, um zu den „Großen“ aufzuschließen. Keine Chance hat derzeit Apple TV+., zumindest auf den ersten Blick. Apple könnte die Konkurrenz deutlich aufmischen, denn der Konzern aus Cupertino ist enorm liquide.

Disney punktet: Streaming mit Kindern

In einem Bereich kann Disney+ dann seine Stärken doch ausspielen: beim Streaming für Kinder. Kein anderer Anbieter hat derart mächtige Kinder-Filme- und Serien im Programm. Familien mit Kindern kommen derzeit um Disney+ nicht herum, zumal das Abonnement nur rund sieben Euro monatlich kostet, weitaus weniger als jede Disney-DVD. Überraschend ist allerdings, dass ausgerechnet Disney im Bereich des Kinderschutzes patzt und kein Sicherheitssystem, etwa per PIN-Eingabe, umgesetzt hat. Ob das bei Disney tatsächlich notwendig ist? Ja und nein, richtige Erwachsenenfilme gibt es auf Disney+ derzeit zwar nicht, allerdings könnten Eltern ihren Kindern dennoch den Zugang zu USK-12-Inhalten versagen wollen – das geht aktuell auf technischer Seite nicht.

Bildqualität und Technik: Wie gut sind Amazon, Netflix und Co.?

Bei Programm und Preis unterscheiden sich alle Streaming-Anbieter, doch wie sieht es bei der Bildqualität und dem Sound aus? Grundsätzlich gilt: Jeder Streaming-Dienst setzt auf Qualität bei Bild und Ton. Full-HD, Ultra HD, HDR, 5.1 Sound, sogar Dolby Atmos: Streaming-Nutzer müssen auf diese Annehmlichkeiten nicht verzichten. Nahezu jeder Anbieter präsentiert Fans Filme und Serien in hoher Qualität, lässt sich das unter Umständen aber auch bezahlen. Netflix verlangt für UHD-Inhalte mehr Geld, bei Disney+ gibt es nur einen Preis. Sky Ticket bietet hingegen „nur“ HD-Auflösung, was für die meisten Heimkinos jedoch auch ausreichend ist.

Amazon bietet Prime-Kunden ein fettes Service-Paket - der Dienst "Prime Video" ist dabei nur ein Bestandteil des Ganzen. Foto: André Volkmann
Amazon bietet Prime-Kunden ein fettes Service-Paket – der Dienst „Prime Video“ ist dabei nur ein Bestandteil des Ganzen. Foto: André Volkmann

Verbindungsprobleme gibt es dafür bei keine der namhaften Streaming-Anbieter. Alle glänzen durch weitestgehend störungsfreie Services und eine hohe Kompatibilität zu den Endgeräten der Nutzer. Im Bestfall funktioniert ein Streaing-Dienste direkt auf allen verfügbaren Geräten, vom Smartphone bis hin zu Amazon Fire TV oder gleich als App fürs Smart TV. Branchen-Vorreiter Netflix punktet besonders mit seiner Kompatibilität gefolgt von Amazon Prime Video. Nicht ganz so gut stehen Apple TV+ und Sky Ticket da.

Ob übrigens die Anzahl der Streams eine Rolle als Bewertungskriterium spielen sollte, hängt maßgeblich vom eigenen Nutzerverhalten ab. Wer auf vielen Geräten gleichzeitig schauen will, muss diesen Punkt unbedingt beachten und die starke Limitierung bei Sky Ticket im Auge behalten, alle anderen sollten mit den verfügbaren Nutzerprofilzahlen und Parallel-Streams jedoch gut auskommen. Einige Anbieter bieten coole Extra-Funktionen, so etwa Amazon Prime Video mit dem X-Ray, einem Feature, das Informationen zu den in einer Szene aktiven Schauspielern anzeigt.

Filme und Serien suchen kann man bei jedem Anbieter, allerdings ist nicht jede Suchfunktion auch gleich nutzerfreundlich. Die nase vorn hat Netflix, gefolgt von Amazon Prime Video. Erneut haben Apple TV+ und Sky Ticket mit kleinen Problemen zu kämpfen, denn sie Suche gestaltet sich mitunter nervig. Dennoch: fündig wird man immer, manchmal über Umwege.

Einfach mal ausprobieren?

Einen Streaming-Anbieter im Vorfeld in aller Ruhe auszuprobieren ist fast immer möglich. Netflix und Amazon sind besonders spendabel und gewähren Neukunden eine Testphase über ganze 30 Tage. Disney+ und Apple TV+ können immerhin noch sieben Tage probeweise geschaut werden. Einzig Sky Ticket bietet keinen kostenlose Testzugang, dafür gibt es in regelmäßigen Abständen Rabattaktionen.

Und wenn die Kündigung des Testzugangs verpennt worden ist? Keine Panik, das kostet dann ein wenig Lehrgeld, allerdings in keinem der Fälle viel. Alle großen Streaming-Anbieter gehen fair mit ihren Kunden um. Kündigungen sind stets zum Monatsende möglich. Besonders preisgünstig sind Apple TV+ (49,99 Euro), Disney+ (69,99 Euro) und Amazon Prime Video (69 Euro) im Jahresabo. Das Krönchen für den teuersten Dienst muss sich Netflix aufsetzen, dort gibt es keine Rabatte, dafür zudem mit 15,99 Euro den höchsten monatlichen Maximalpreis, jedenfalls bei vollem Feature-Umfang.  Sky Ticket kostet einzeln jeweils 9,99 Euro für Serien oder Filme, zusammen gibt es das volle „Binge-Potenzial“ für 14,99 Euro.

Welcher Streaming-Anbieter ist der beste?

Welcher Streaming-Anbieter sich für wen lohnt, ist schwierig zu beantworten. Mit Netflix macht man nichts falsch, muss teilweise aber tief in die Tasche greifen. Für Familien ist Disney+ derzeit der Weg der Wahl. Eine gute Mischung aus Umfang und Preis beschreitet Amazon mit seinem Prime-Programm, dann inklusive weiterer Annehmlichkeiten für Online-Shopper. Sky Ticket und Apple TV+ sind technisch gut, insgesamt jedoch für echte Fans, die sich in der Branche auskennen und ihre Nutzerverhalten auf bestimmte Inhalte ausrichten.

Netflix ist der Branchen-Primus, allerdings bei vollem Umfang auch der teuerste Anbieter. Foto: André Volkmann
Netflix ist der Branchen-Primus, allerdings bei vollem Umfang auch der teuerste Anbieter. Foto: André Volkmann

Am Ende gilt mal wieder: Welchen Streaming-Anbieter man wählen sollte, probiert man am besten aus. Dank Testzugängen ist das in den meisten Fällen kein Problem. Zudem gibt es diverse Internetseiten, die die Inhalte der einzelnen Streaming-Portale auflisten.

Wären wir gezwungen, ein Ranking der Streaming-Dienste zu erstellen, so wäre da am ehesten:

  1. Netflix
  2. Amazon Prime Video
  3. Disney+
  4. Sky Ticket
  5. Apple TV+

Letztendlich sorgen alle Streaming-Portale mit immer wieder neuen Ideen dafür, dass die Konkurrenz aufgemischt wird. Weil sich die Angebote zumindest im Detail monatlich verändern, werden echte Fans die Streaming-Dienste regelmäßig wechseln müssen. Erst Binge-Watching von Narcos auf Netflix, einen Monat später dann Jack Ryan auf Prime Video oder das Boot auf Sky Ticket – und spätestens zur Weihnachtszeit (oder mit der neuen Staffel Mandalorian!) wird Disney+ plötzlich aktuell. Apple ist ohnehin immer wieder für Überraschungen gut.

Nach welchen Filmen oder Serien seid ihr regelrecht süchtig gewesen und welchen Streaming-Anbieter könnt ihr anderen empfehlen? Verratet es uns in den Kommentaren!

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